Gert Gekeler
Multiplikationen
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"Multiplikation" als Konstruktionsprinzip
Auf der Suche nach einem Gestaltungsprinzip für Computerbilder, die sich möglichst deutlich von Fotografien und Gemälden oder Zeichnungen unterscheiden, entwickelte ich ein Verfahren, das ich "Multiplikation" nenne.
Nach diesem Verfahren werden am Computer aus Fotos Teile ausgeschnitten und vervielfacht. Diese Teile werden auf der Bildebene arrangiert bzw. collagiert.
Beispiel (Verarbeitung nur eines Fotos):
Foto
Ausschnitt
Arrangement der Ausschnitte
Durch Multiplikation können Anhäufungen oder Symmetrien entstehen.
Beispiel für Anhäufung


Beispiel für Symmetrie

Die zu einem Gesamtbild arrangierten Fotoausschnitte provozieren Eindrücke, die sie als Einzelteile nicht hervorrufen können. Bilder können irritieren, aber auch zu Meditation anregen oder erheitern, können unheimlich wirken oder auch nur so interessant sein, wie die Konstellationen in einem Kaleidoskop und die Phantasie anregen.
Bedeutungshorizonte der Bilder
Die vervielfältigten und arrangierten Fotoausschnitte gewinnen im Zusammenhang miteinander neue Bedeutungen, die sie als isolierte Teile nicht hatten. Bei aller Unterschiedlichkeit der Eindrücke, die durch Multiplikationen hervorgerufen werden können, haben sie ein sehr allgemeines Prinzip als Hintergrund:
Die Bedeutung eines Gegenstandes ist von dem Kontext abhängig, in dem er sich, zusammen mit dem Betrachter, befindet. Weder Wirklichkeit noch Wahrheit existieren unabhängig von Kontexten und Beobachtern.