Gert Gekeler
Multiplikationen






Als Schüler wollte ich Künstler werden. Nach dem Abitur an einem naturwissenschaftlichen Gymnasium studierte ich aber Philosophie, Kunstgeschichte und dann Psychologie und promovierte in Psychologie, Biologie und Kybernetik. An der Hochschule Fulda arbeitete ich im Fachbereich Sozialwesen als Professor.

In meinem Malen befasste ich mich extensiv mit dem Thema der "unmöglichen Figuren". Dabei ging es mir um gegenstandsfreie Konstruktionen, in denen Farbflächen als Vordergrund und zugleich als Hintergrund fungierten. Mich faszinierte, dass man Dinge malen konnte, die es in der Realität so nicht gab. Ausgelöst wurde diese Faszination durch ein Bild Dalis, in dem zu sehen war, wie ein kleiner Junge die Oberfläche des Meeres an der Costa Brava hochhob.

Im Laufe meiner langjährigen Projektarbeit an der Hochschule Fulda begann ich mich für die Möglichkeiten zu interessieren, die der Computer für bildnerisches Gestalten bietet. Angeregt durch die künstlerischen Produktionen, die geistig behinderte Mitglieder des Projekts "Bindeschuh" auch mit Hilfe des Computers hervorbrachten, suchte ich nach Aspekten grafischen Gestaltens, die typisch für die Arbeit mit dem Computer sind. In der bequemen Möglichkeit, graphische Objekte/Fotos in vielfältiger Weise zu bearbeiten und zu vervielfachen, sah ich ein solches Charakteristikum. Computerkunst auf der Basis von Vervielfachungen bezeichne ich als "Multiplikationen".

Seit 1976: Ausstellungen im In- und Ausland.